Strohhüte

Strohhüte sind eine attraktive Möglichkeit sich im Sommer vor Hitze und starker Sonneneinstrahlung zu schützen. Strohhut ist aber nicht gleich Strohhut. Strohhüte werden aus verschiedenen Arten und Qualitäten von Stroh und in verschiedenen Verfahren hergestellt.

Strohhüte aus Toquilla-Stroh

Strohhüte aus Toquilla-Stroh kennt man hauptsächlich unter dem Namen Panamahut. Der Panamahut wird in Ecuador aus den Blättern der Toquilla-Pflanze hergestellt. Dazu werden die Blätter der Toquilla Pflanze kurz abgekocht und anschliessend über schwefelhaltigem Feuer getrocknet. Der Schwefel im Feuer bleicht die Blätter. Daher hat der Panamahut seine typisch helle, teilweise fast weisse Farbe. Gelegentlich werden die Blätter nicht gebliecht, die fertigen Panamehüte sind dann braun. Die braune Farbe ist also natürlich und nicht, wie häufig vermutet, eingefärbt. Die getrockneten Blätter werden anschliessend von Hand in feine Streifen unterteilt. Das so gewonnene Stroh wird anschliessend von Hand zu einem Panamahut verarbeitet.

Strohhüte aus Raffia-Stroh

Raffia-Stroh wird in Afrika gewonnen. Die Blätter der Raffia-Palme sind, bis sie ihrer volle Höhe von ca. 15 Metern erreichen, von Bast umgeben. Dieser Bast wird von den Blättern abgezogen und getrocknet. Meist wird der getrocknete Bast dann zu Schnüren verarbeitet. Aus Raffia werden hauptsächlich Strohmützen gemacht, Strohhüte werden seltener aus Raffia produziert. Raffia-Strohhüte sind weniger fest und formstabil als andere Strohhüte.

Strohhüte aus Weizen- und Roggenstroh

Weizen- und Roggenstroh ist ein Schweizer Narurprodukt, das im 20.Jahrhundert grosse wirtschaftliche Bedeutung für das aargauische Freiamt hatte. Im letzten Jahrhundert blühte die Strohindustrie im Freiamt, Strohhüte und aufwändige Flechtarbeiten wurden in die ganze Welt exportiert. Auch wenn die Strohindustrie im Freiamt kleiner geworden ist, werden immer noch Schweizer Strohhüte aus Weizen- und Roggenstroh hergestellt. Ein ganz besonderer Strohhut ist der Röhrli-Hut. Er wird aus ganzen, röhrenförmigen Strohhalmen gemacht. Nur noch wenige Hutmacher beherrschen die Kunst eien Röhrli-Hut herzustellen.

Häufiger sind Strohhüte aus Weizen- oder Roggenstroh aus sogenannten Mottleds genäht. Das Stroh-Mottled ist ein aus Stroh gelochtenes Band. Es wird kreisförmig zu einem Strohhut zusammengenäht.

Hüte aus Papier-Stroh

Da die Gewinnung von Naturstroh recht aufwändig ist, werden auch Strohhüte aus sogenanntem Papierstroh angeboten. Papierstroh wird aus der Regeneratsfaser Viskose gemacht. Strohhüte aus Papierstroh sind günstiger als Naturstrohhüte. Ein weiterer Vorteil von Papier-Strohhüten ist, dass sie anders als Naturstrohhüte nicht austrocknen. Die Optik eines Strohhutes aus Papier kommt aber niemals an die eines echten Strohhutes. Papier-Strohhüte werden gelegentlich auch Toyo-Hüte genannt.

Kunststroh Hüte

Papierstroh ist nicht die einzige chemisch bearbeitete Faser die für die Herstellung von Strohhüten in Frage kommt. Strohhüte können ebenfalls aus jeder andern Art von Kunstfasern hergerstellt werden. Heute ist es möglich aus vielen Kunststoffen strohänliche Fasern herzustellen und diese zu preiswerten Strohhüten zu verarbeiten.

Herstellung von Strohhüten

Unabhängig vom Material aus dem ein Strohhut gemacht wird, gibt es verschiedene Herstellungsverfahren. Die drei häufigsten Arten wie Strohhüte gemacht werden sind:

  • Geflochtene Strohhüte werden von der Mitte her nach aussen geflochten. Das bekannteste Beispiel für geflochtene Strohhüte sind wohl die Panamahüte. Diese werden in Ecuador von Hand geflochten. Der fertige Strohhut hat dann ein von der Mitte her rundes, symetrisches Flechtbild. Das Flechten von Strohhüten ist sehr aufwändig, deshalb kann ein sehr fein geflochtener Panamahut mehrere hundert Franken kosten.
  • Ebenfalls beliebt sind Strohhüte aus Mottleds. Mottleds sind geflochtene Bänder aus Stroh oder aus einer Kunststrohfaser. Die Mottleds werden kreisförmig zu einem Strohhut zusammengenäht.
  • Sehr einfach und effizient lassen sich auch Strohhüte aus gewobenem Stroh herstellen. Dazu wird eine grosse Fläche aus Natur- oder Kunststroh gewoben, die Hüte werden anschliessend daraus ausgeschnitten und zusammengenäht oder direkt in Form gepresst.
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